Mein Metzger des Vertrauens hatte vor einiger Zeit ein wunderschönes Côte de bœuf, ein Ochsenkotelett, in der Auslage. Das alleine hätte für mich ja schon fast als Kaufgrund ausgereicht, aber mir wurde noch der Mund wässrig gemacht, indem Handyfotos von einem rosa gebratenem Stück im Anschnitt gezeigt wurden. Man könnte hier eigentlich von unfairen Mitteln sprechen, aber mit gutem Essen bin ich eh leicht zu ködern und bestellte fürs nächste Wochenende gleich ein Stück vor.
Unser Stück hat gut 800g auf die Waage gebracht, aber da der Knochen und der Fettrand noch wegfallen, ist es hinterher gar nicht mehr so viel und für zwei genau ausreichend. Bei der Zubereitungsart habe ich mich diesmal für das Rückwärtsbraten entschieden. Damit habe ich immer gute Ergebnisse erzielt, und bilde mir ein dass das Fleisch einen Tick zarter wird, aber das kann auch Einbildung sein. Das gute Stück kann genausogut vorwärts gebraten werden. Ich entscheide das immer danach, wie sich das mit den Backofenzeiten für die Beilagen verträgt.
Auf dem Markt gab es noch frische Schwarzwurzeln, und confierte Tomaten wollte ich schon seit längerem ausprobieren. Deswegen standen die Beilagen sehr schnell fest.
Bevor es losging, hab ich mit dem guten Stück noch eine kleine Fotosession gestartet. Das muss aber auch sein, wenn man so etwas Fotogenes im Haus hat. Außerdem wusste ich, dass ich mit dem fertigen Stück nicht so viel Ruhe haben würde. Raubtierfütterung, ihr wisst schon…
Der Schwarzwurzelgratin ist eine tolle Alternative zum bekannten Kartoffelgratin. Ich hab ihn fast genauso zubereitet, nur noch mit etwas Lorbeer nachgeholfen.
Die confierten Tomaten schmeckten sehr fein und intensiv tomatig. Damit haben sie voll überzeugt und wandern jetzt öfter auf den Speiseplan. Wenn ihr beim Schälen sehr geschickt seid, könnt ihr das Grün sogar dranlassen. So siehts dann noch ein wenig schicker aus.
Zu dem Fleisch gab es noch eine Rosmarin-Senf-Butter. Die darf bei uns bei keinem Grillevent oder Steak mehr fehlen. Ich werde ihr noch einen extra Beitrag widmen, weil ich sie hier auch total vergessen habe zu fotografieren. Wer mag kann auch eine Sauce béarnaise zu dem Fleisch reichen, aber wir ziehen die Senfbutter vor.


