Ein weihnachtlicher Nachtrag. Da ich mich diese Saison erfolgreich vorm Plätzchenbacken gedrückt habe, und es wenig weihnachtlich auf dem Blog zuging, muss ich wenigstens das Dessert posten, dass ich an Heiligabend gezaubert habe. So könnt ihr das dann gleich für dieses Jahr vormerken. Und ein bißchen Geschichte gibts auch noch dazu.

Die Bûche de Noël, oder auf deutsch „Weihnachtsbaumstamm“ ist ein traditionelles Weihnachtsdessert aus Frankreich. Es besteht aus einem Bisquitteig, und einer Crèmefüllung. Traditionell wird eine Schokoladen-Butter-Füllung verwendet, mittlerweile existieren aber tausende Varianten, auch mit fruchtigen Füllungen. Wenn der Bisquit aufgerollt wird, werden meist die Enden abgeschnitten, die wiederum als Äste wieder angesetzt werden, und die äußere Crèmeschicht wird so aufgetragen, dass sie einer Baumrinde gleicht.

Entstanden ist dieses Dessert aus dem Brauch an Heiligabend einen Weihnachtsscheit, oder auch Christklotz zu verbrennen. Dafür wurde ein besonders schönes Stück Holz mit bunten Bändern verziert, gesegnet und mit Wein übergossen, bevor es verbrannt wurde. Damit sollte die Wichtigkeit des Herdfeuers hervorgehoben werden, oder nach heidnischen Brauch die Dankbarkeit für die Wiedergeburt der Sonne ausgedrückt werden, und die entstandene Asche wurde auf dem Acker verteilt, um für fruchtbare Böden zu sorgen. Später sollte das Weihnachtsscheit den Weihnachtsmann oder auch Père de Noël anlocken, damit er sich am Feuer wärmen konnte.

Als die Holzöfen Ende des 19. Jahrhunderts mehr und mehr verschwanden, wurde die Tradition in Form eines Desserts fortgesetzt.

Ich habe mich für eine Variante mit Maronencrème entschieden. Das Rezept habe ich schon vor langer Zeit bei Mimi Thorisson gefunden und wollte es unbedingt nachbacken. Sie führt einen meiner Lieblingsblogs. Allein die Bilder sind immer atemberaubend, und geben einen kleinen Einblick in das französische Landleben.

Beim letzten Strasbourg-Besuch habe ich mir gleich ein paar Dosen Maronencrème
eingepackt, weil sie in Deutschland nur schwer zu bekommen ist, wenn ihr aber an die eingeschweißten, vakuumverpackten Maronen kommt, könnt ihr die Crème auch ganz einfach selbst herstellen.